UKSH Forschung
 

Die Forschung in der HNO-Klinik befasst sich überwiegend mit Untersuchungen an Karzinomen des Kopf-Halsbereiches und mit Einflüssen auf die Grenzflächenläsion am respiratorischen Epithel bei Wegenerscher Granulomatose. Aus diesen Untersuchungen heraus haben sich die nachfolgend aufgeführten Forschungsbereiche gebildet:







PD. Dr. rer.nat. T. Görögh
E-mail: gorogh@hno.uni-kiel.de

Molekularbiologishe Untersuchungen an Kopf-Hals-Karzinomen und Analyse zur Chemoresistenz
Die Untersuchungen an Kopf-Hals-Karzinomen (in nahezu 90% handelt es sich hier um Plattenepithelkarzinome, die weltweit einen Anteil von etwa 6% aller Krebserkrankungen ausmachen) beinhalten zum einen die Identifizierung und funktionelle Analyse von Genen in Kopf-Hals-Karzinomen und in ihrem normalen Phänotyp. Dies schließt Nachweis, Klonierung, Transfektion und funktionelle Charakterisierung von Genregionen und Proteinen ein, die an Einzelschritten der Transkription beteiligt sind. Diese Analysen liefern uns Voraussetzungen für das Verständnis von Prozessen, die kontrollierte Genexpression beeinflussen können, welche für maligne Entartung verantwortlich sind.
Zum anderen werden das Wachstum-und Proliferationsverhalten der Karzinomzellen nach Applikation zytotoxisch wirksamer Substanzen (u.a. Polyketide) untersucht. Die in-vitro Resultate werden durch entsprechende in-vivo Experimente an SCID Mäusen verglichen. Im einzelnen werden folgende Parameter überprüft: Entwicklung des Tumors im Versuchstier, Erkennung genotypischer Merkmale des Karzinoms mit den initial verabreichten Karzinomzellen, Verhalten des Karzinoms im Versuchstier nach der Applikation des Wirkstoffes.



PD. Dr. med. M. Hoffmann
E-mail: mhoffmann@hno.uni-kiel.de

Molekularbiologische Untersuchungen an humanpathogenen Papillomviren
Humane Papillomviren (HPV) sind doppelsträngige DNA-Viren, deren Onkogene E6 und E7 eine wichtige Bedeutung in der Karzinogenese von Plattenepithelkarzinomen des Kopf-Hals-Bereiches haben. Mit einer HPV-Prävalenz von bis zu 60 % sind vor allem Tonsillenkarzinome im Mittelpunkt der Forschung der HPV-assoziierten Karzinogenese.
Innerhalb des Forschungsbereiches „Humane Papillomviren“ der hiesigen onkologischen Arbeitsgruppe werden Fragestellung zur Prävalenz und molekularbiologischen Konsequenz der Infektion mit humanen Papillomviren in verschiedenen experimentellen Ansätzen bearbeitet. Derzeit wird unter anderem die Interaktion der genannten viralen Onkogene mit zellulären Tumorsuppressoren untersucht, um einerseits die aktive Rolle der HPV-Infektion in der Karzinogenese zu untermauern und andererseits für die Karzinogenese förderliche zelluläre Veränderungen zu erkennen.
Die Forschungsprojekte werden seit 1993 in enger Kooperation mit der Abteilung „Angewandte Tumorvirologie“ des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg entwickelt und durchgeführt.



Dr. med. J. Weise
E-mail: jweise@hno.uni-kiel.de

Neue Strategien zur Tumorvakzinierung unter Verwendung von dendritischen Zellen
Bei der Immuntherapie von Krebserkrankungen wird das Immunsystem des Krebspatienten angeregt, Tumore zu erkennen und abzutöten. Eine erfolgversprechende Strategie nutzt dabei autologe dendritische Zellen, die als die fähigsten antigen-präsentierenden Zellen gelten. Diese ex vivo gewonnenen dendritischen Zellen werden mit tumor-assoziertem Antigen beladen, um betroffene Patienten mit einer Tumorvakzine erfolgreich immunisieren zu können.
Verschiedene Formen der Beladung von dendritischen Zellen mit einzelnen oder mehreren Tumorantigen sind zur Zeit in präklinischer Erprobung. Das Ziel dieses Arbeitsvorhabens ist eine neue, möglicherweise überlegene Form der Antigenbeladung von dendritischen Zellen zu untersuchen. An Kopf- und Halskarzinomen sowie an Zelllinien von immortalen Krebszellen werden zwei Formen der Antigenbeladung in vitro geprüft. Zum einen nutzen wir dendritische Zellen, die mit aus Tumorzellen isolierter RNA beladen wurden. Eine weitere Möglichkeit, tumor-assoziiertes Antigen in Kontakt mit dendritischen Zellen zu bringen, ist die Fusion von beiden Zelltypen mit Entstehung von Hybridzellen. Ob eine Immunantwort gegen die Tumoren ausgelöst werden kann, wird durch verschiedene Immunassays (ELISpot, Zytotoxassay) in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Immunologie (Dr. rer. nat. A. Heiser) untersucht.
Gleichzeitig erforscht die Arbeitsgruppe tumor-assoziierte Antigene, die von der Mehrzahl der Kopf- und Halskarzinome exprimiert werden und als potentielle Kandidaten für die Verwendung als Tumorvakzine geeignet erscheinen.



Dr.med. M. Laudien
E-mail: laudien@hno.uni-kiel.de

Einfluss endogener und exogener Faktoren auf die Grenzflächenläsion am respiratorischen Epithel bei Wegenerscher Granulomatose (WG)
Die Schleimhäute des oberen Aerodigestivtraktes stellen die erste physikalische und immunologische Barriere des Organismus gegenüber potentiell pathogenen Mikroorganismen dar. Bei Versagen der epithelialen Barrierefunktion werden Mechanismen der angeborenen und erworbenen Immunität wirksam, um eine effektive Infektabwehr aufrecht zu erhalten.
Die Wegenersche Granulomatose beginnt als granulomatöse Entzündung im oberen Respirationstrakt, ehe sie in die ANCA-assoziierte, vaskulitische Generalisationsphase konvertiert. Bei WG-Patienten ist eine hohe Besiedlungsrate der Nasenschleimhäute mit S. aureus auffällig und diese geht mit einem 7fach erhöhten Risiko für Rezidive einher.
Die Bedeutung endogener- (pathogen associated molecular pattern (PAMP) recognition proteins sowie ihrer Effektoren) und exogener Faktoren (Staphylococcus aureus) für die WG initiierende granulomatöse Entzündung im Respirationstrakt ist ungeklärt.
Die Arbeitsgruppe untersucht funktionelle Wechselwirkungen definierter S.-aureus-Stämme und –Antigene (z.B. S.-aureus-Proteasen) mit endogenen Faktoren (PAR-2, NLR, TLR, antimikrobielle Peptide, Zytokine) in primären Zellkulturen nasaler Schleimhautzellen von WG-Patienten und Kontrollen.