Universitätsklinikum
Schleswig-Holstein, Campus Kiel
Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde,
Kopf- und Halschirurgie
Direktorin: Prof. Dr. med. Petra Ambrosch - Arnold-Heller-Str. 3, Haus 27, 24105 Kiel
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Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde,
Kopf- und Halschirurgie

Direktorin: Prof. Dr. P. Ambrosch
Arnold-Heller-Straße 3
Haus 27
D-24105 Kiel
Germany

Telefon: +49 (431) 597-2240 oder -2241
Telefax: +49 (431) 597-2272
Cochlear Implant Centrum
Schleswig-Kiel

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Das Cochlear Implant Centrum Schleswig-Kiel 


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Die Versorgung mit einem Cochlea Implantat

Das Ziel

Das Cochlea Implantat eröffnet oder bewahrt eine Hör- und Sprachentwicklung.

Der Erfolg

Ein Cochlea Implantat (CI) ist eine beeindruckende Technik. Wie erfolgreich sie ist hängt jedoch von der Situation jedes einzelnen Kindes ab, das diese Technik nutzt. Dabei werden die möglichen Ziele bestimmt durch seine Hörbiographie, u.a.:
den Zeitpunkt und die Zeitdauer der Ertaubung
eventuelle Zusatzbehinderungen
Mehrsprachigkeit im Elternhaus
die Intensität der Förderung und
die Unterstützung durch seine Eltern sowie alle, die mit dem hörgeschädigten Kind arbeiten.
Die Hörbiographie stellt für die Möglichkeiten einer Hör- Sprachentwicklung nach CI-Versorgung die Weichen.
Auch wenn das Zusammenspiel von Technik und Mensch zu großartigen Hör- und Kommunikationsleistungen führen kann, gibt es deutliche Grenzen, z.B.
Ein Mensch mit einem Cochlea Implantat bleibt ein hörgeschädigter Mensch. Die Elektroden in der Cochlea können die 15000 Nervenfasern nicht ersetzen.
Richtungshören ist bei einseitiger CI-Versorgung nicht möglich.
Das Hören im Störschall ist deutlich erschwert.
Eine schlechte Raumakustik wirkt sich auf das Verstehen aus.
Der Hörradius - insbesondere im Freien - ist eingeschränkt.
Mehr Möglichkeiten haben Menschen mit bilateraler Versorgung (zwei CIs) bzw. bimodaler Versorgung (auf der einen Seite ein CI, auf der anderen ein konventionelles HdO-Gerät bei noch gut verwertbaren Hörresten). Auch so versorgte Menschen bleiben Hörgeschädigte, jedoch
kann ein Richtungshören erworben werden
wird das Hören im Störschall erleichtert, die Höranstrengung somit reduziert.

So wie jeder Mensch einzigartig ist, sind auch die Auswirkungen einer Hörschädigung stets individuell zu beurteilen. Den Hörgeschädigten gibt es nicht! Das gilt auch für Kinder mit einem CI.

Der Weg

1. Beratungen und Voruntersuchungen

Klinik Kiel: HNO Untersuchung, Hörprüfungen, Audiologische Beratung, Logopädische Evaluation, Bildgebende Diagnostik (z.B. MRT), Neuropädiatrische Diagnostik, Anästhesie
Rehazentrum Schleswig: Pädagogisch-therapeutische Beratung; Einbeziehung der Gesamtsituation, Aufklärung über Basistherapie, Möglichkeiten und Grenzen der CI-Versorgung

2. Operation und anschließend: ca. 1 Woche stationärer Aufenthalt in der Klinik

3. Einheilungsphase: ca. 4 Wochen zu Hause (noch ohne Sprachprozessor)

4. Erstanpassungswoche in der Klinik (erste Höreindrücke) 5 Tage stationär:
- 1-2 x tägl. Programmierung des Sprachprozessors in der Audiologie
- 2 x tägl. Hörtraining in der Logopädie, Hörtests in der Audiometrie

5. Basistherapie: im Rehazentrum in Schleswig
60 Tage, altersabhängig verteilt über mehrere Jahre, i.d.R. mehrtägige
Aufenthalte
Fachtherapeutische Beratung und Unterstützung der Eltern
Begleitung der Hör- Sprachentwicklung der Kinder durch
Hörtraining
Sprachtherapie
Logopädische Beratung und Betreuung
Rhythmische Förderung
Unterstützung der feinmotorischen Entwicklung
Sprachprozessoranpassung
Psychologische Begleitung
Familienorientierte Betreuung
Kooperation mit Therapeuten, Kindergärten, Schulen etc.

... und regelmäßige medizinische und audiologische Kontrolltermine in der Klinik: 3, 6, 9, 12, 18, 24 Monate nach der Erstanpassung, danach einmal im Jahr und nach Bedarf – ein Leben lang.

Was ist ...

Anpassung / Programmierung: die individuelle Einstellung eines Sprachprozessors, um ein möglichst gutes Hören zu erreichen. Die Programmierung muss immer wieder überprüft und der individuellen Entwicklung entsprechend angepasst werden (- Optimierung).

Sprachprozessor: das äußere Teil des CI-Systems. Er nimmt über ein Mikrophon akustische Signale auf, wandelt diese um und leitet sie über die Sendespule an das Implantat im Kopf weiter.

T-Wert: der kleinste elektrische Reiz, bei dem das Hören beginnt.

C- oder M- Wert: der Wert, bei dem das Hören gerade noch angenehm laut ist
Beide Werte verändern sich in den ersten Monaten nach der Erstanpassung erheblich.

MAP: das im Sprachprozessor gespeicherte Programm für die Signalverarbeitung. Jede MAP ist individuell. Da das Gehirn seine Empfindlichkeit gegenüber elektrischer Stimulation anpasst, muss auch die MAP eventuell verändert werden.

Audiogramm: zeigt die Hörschwelle an (wo beginnt das Hören), gemessen in dB (Dezibel) Hörverlust, die durch einen Hörtest ermittelt wird.

MRT: MagnetResonanzTomographie zur Herstellung zweidimensionaler Schichtbilder des Gehirns

Höralter: Zeitspanne vom ersten Hören bis heute.

Konditionieren: das Kind lernt, bei einem akustischen Reiz eine bestimmte Handlung auszuführen (z.B. ein Auto in eine Röhre fahren zu lassen). Mit Hilfe dieses Verfahrens erhält man Angaben über die subjektive Hörschwelle ( Programmierung des Sprachprozessors)

Mehrsprachigkeit: Die Erfahrung zeigt, dass bei Kindern, die in zwei Sprachkulturen aufwachsen (z.B. deutsch-türkisch oder deutsch-russisch) die Sprachentwicklung erschwert sein kann. Sehr hilfreich ist in bestimmten Phasen die Konzentration auf eine Sprache. Sprache bildet jedoch eine Grundlage für die emotionale Entwicklung des Kindes. Also gilt grundsätzlich: lieber die Muttersprache einsetzen als mit dem Kind nur zurück haltend sprechen, weil die deutsche Sprache nicht so gut beherrscht wird.